Datenschnüffler im Hausmüll?

Ja, sowas gibt es. Es gibt sogar einen englischen Begriff dafür: Bin Raiding. Hierbei suchen unbefugte Personen in Mülltonnen nach persönlichen Daten wie beispielsweise Konto- oder Kreditkartenverbindungen, welche sie später missbrauchen können. Aber auch andere Dinge im Müll wie z.B. Hygieneartikel (Kondome, Binden, Tampons usw.) sollten nicht einer Person zuordbar sein.
Aus diesem Grund sollte man nicht nur in der digitalen Welt auf seine persönlichen Daten achten.
Die Lösung für dieses Problem ist recht einfach: Man muss seinen Müll anonymisieren. Das bedeutet, dass es nicht möglich sein sollte, den Müll einer bestimmten Person zuordnen zu können.
Doch was sind die Gegenstände im Müll, die den Besitzer identifizieren könnten?
Persönlich adressierte Briefe
Persönlich adressierte Werbepost
Pakete auf denen ein Adressaufkleber klebt
Zeitschriften, die im Abo kommen und auch über ein Adressaufkleber verfügen
Rechnungen die man selbst erstellt hat und welche die Adresse und Kontoverbindung enthalten
Notizen mit persönlichen Angaben
Fotos
Kontoauszüge, Steuerunterlagen
Sonstiger geschäftlicher und persönlicher Schriftverkehr

Um diese personenbezogenen Informationen zu vernichten, braucht man eigentlich nur zwei Dinge:
Eine Schere
Einen Aktenvernichter

Die Schere verwendet man, um aus Paketverpackungen oder Zeitschriften die Adressangaben zu schneiden (meistens kann man die Aufkleber aber auch einfach abreissen). Zusätzlich kann man die Schere im Notfall auch noch verwenden, um Papiere zu zerkleinern.
Im Idealfall sollte man aber über einen Aktenvernichter verfügen. Die Geräte gibt es heute schon für wenig Geld.
Beim Aktenvernichter existieren fünf verschiedene Sicherheitsstufen, die nach DIN 32757-1 definiert sind.
Sicherheitsstufe 1 (am unsichersten):
Streifenschnitt 10,5 mm
Partikelschnitt 10,5 × 40,0 – 80,0 mm
Sicherheitsstufe 2:
Streifenschnitt 3,9; 5,8 mm
Partikelschnitt 7,5 × 40,0 – 80,0 mm
Sicherheitsstufe 3:
Streifenschnitt 1,9 mm
Partikelschnitt 3,9 × 30,0 – 50,0 mm
Sicherheitsstufe 4:
Partikelschnitt 1,9 × 15,0 mm
Sicherheitsstufe 5 (am sichersten):
Partikelschnitt 0,78 × 11,0 mm
Man sollte darauf achten, dass man sich einen Vernichter mit Partikelschnitt zulegt. Dadurch wird ein späteres Zusammenfügen von zerschnittenen Seiten erschwert bzw. bei kleinem Schnitt fast unmöglich gemacht.
Ein Gerät der Sicherheitsstufe 3 ist eine gute Investition.
Durch den Aktenvernichter sollte dann eigentlich alles laufen, was oben in der Liste aufgezählt wurde.
Wenn man nun seinen zerkleinerten Papiermüll in der Papiertonne entsorgen will, sollte man darauf achten, dass die Schnipsel schön verstreut in die Tonne wandern. Am besten keine Beutel verwenden.

via Datenkraken